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Ackertag in Ballendorf / Bad Lausick

Das Pferd als Partner in der Landwirtschaft

Die Sächsische Waldkönigin hatte gerade erst die neuen Meister im Holzrücken gekürt, da fand nur wenige Tage später im Nachbarort der regionale Ackertag der Agrargesellschaft Bad Lausick statt. Landwirte der verschiedenen Sparten präsentieren sich und ihre Maschine/Zugtiere den Zuschauern bei der aktiven Feldarbeit. In vielen Dialogen und Präsentationen wird das Arbeitspferd nur als Partner beim Holzrücken dargestellt. Diese Sichtweise ist sehr dominant, aber nicht die einzige Facette die IGZ bzw. der sächsischen Pferdebauern. Der traditionelle Einsatz von Pferden in der Landwirtschaft ist ebenso ein elementarer Bestandteil, der historisch gesehen immer einen höheren Stellenwert auf den Dörfern hatte.
So wurde die Möglichkeit in Ballendorf am Schopfe gepackt und die sächsischen Pferdebauern präsentierte sich mit 9 Gespannen dem Publikum. Dank der Unterstützung von Fa. Bohne aus Stollsdorf, die förmlich einen Sattelschlepper voll Ackergeräten nach Ballendorf charterten, konnte eine Vielzahl Pferdezug-Landtechnik vorgeführt werden. In einer schnelllebigen Zeit, in der die gefühlte Halbwertszeit vieler Produkte sehr fraglich erscheint. Erwecken diese technischen Dinosaurier immer wieder aufs Neue die Faszination der Zuschauer. Bei Ihrem nächsten Ackertag empfehle ich Ihnen einmal die Zuschauer vor diesen Maschinen zu beobachten. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie den Vater finden, der seinem Sohn die Funktion des jeweiligen Gerätes erklärt oder Sie sehen die Gruppe älterer Männer, die angesichts der alten Arbeitsmethoden in Erinnerungen schwelgen und dabei von einer Anekdote zur nächsten springen. Tradition wird gelebt.
Dank der zahlreichen Gerätschaften und den von der Agrargesellschaft Bau Lausick bereit gestellten Feldflächen konnte die natürliche Bearbeitungsabfolge den Zuschauern simuliert werden. So entstanden lebendige Schaubilder beim Pflügen, Eggen, Düngen, Kartoffeln legen und Drillen.
Aber nicht nur der Maschinenpark war vielfältig auch die Zugtiere boten ein breites Rassenspektrum an. Vom Pony-Gespann über das Schwere Warmblut bis hin zu einer Vielzahl unterschiedlicher Kaltblüter könnte alles bestaunt werden. Die Jungen lernen von den Alten heißt es immer – so war das jüngste Pferd in Ballendorf 4 Jahre und die älteste Stute der Familie Bohne 26 Jahr jung. Alle Pferde zeigten ihre fundamentale Ausbildung im Zug und meisterten souverän die teilweise laute Atmosphäre, die durch die historischen Traktoren im Umfeld entstand.
Auch in diesem Fall gebührt ein herzliches Dankeschön den Organisatoren und ehrenamtlichen Helfern, ohne die eine Umsetzung in dieser Art nicht stattfinden würde. Vielen Dank auch an die Fuhrleute Synke und Kay Bohne, Ephraim Voigt, Thomas Schirmer, Dieter Lachmann, Ines Bruchhold und Sohn, Olaf Schuster, Dietmar Dietze, Martin Pluntke, Dieter Gustmann und Peter Fröhlich.

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