Auf der Mitgliederversammlung der privaten Waldbesitzer Kaiserslautern (Pfalz) lernte der engagierte junge Waldbesitzer Sebastian Seibert den Geschäftsführer Kurt Schneider kennen. Sebastian erzählte ihm von seiner nebenberuflichen Tätigkeit als Waldarbeiter zur Vermarktung von Brennholz. Kurt, ein erfahrener Fuhrmann und im Besitz von zwei Rheinisch-Deutschen Kaltblütern, erzählte ihm von der schonenden Pferdearbeit im Wald. Da die beiden sich auf Anhieb verstanden, verabredeten sie sich, um Sebastian das Fahren und Arbeiten mit den Kaltblütern näherzubringen. Um ihn dann mit weiteren Fuhrleuten bekannt zu machen, brachte Kurt ihn mit zum nächsten Stammtisch. Hier lernte er weitere Fuhrleute kennen, von denen jeder seine eigene Geschichte zu erzählen hatte.
Bereits beim nächsten Stammtisch wurden die ersten Pläne geschmiedet, um Sebastian das schonende Rücken mit den Pferden zu zeigen. Nach ein paar Telefonaten und der Besichtigung des Waldgrundstücks durch Helmut und Kurt vor Ort war es dann so weit. Die IGZ-Mitglieder des Landesverbandes wurden für den 18. Oktober eingeladen. Da es eine gemeinsame Veranstaltung und ein Miteinander werden sollte, wurden auch die Mitglieder eingeladen, die nicht mit dem Pferd kommen konnten und nur als Zuschauer dabei sein wollten. So kamen an dem Tag immerhin fast 30 interessierte Besucher. Ihre Rückepferde mitgebracht hatten fünf Teilnehmer: Kurt mit seinen beiden Rheinisch-Deutschen, Kalle mit seinem Süddeutschen, Andrea mit ihrem Süddeutschen, Helmut mit einem Rheinisch-Deutschen und Jens mit einem Ardenner. Ihm gebührt die größte Anerkennung, da sie immerhin aus dem vorderen Westerwald in die Pfalz gekommen waren.
Vor der eigentlichen Arbeit erläuterte Kurt kurz die verschiedenen Rückeverfahren, die durch die von Miriam (IGZ-Bundesgeschäftsstelle) zur Verfügung gestellten Flyer sehr anschaulich verdeutlicht werden konnten. Ebenfalls ging er auf die Gewinnung, Verarbeitung und Vermarktung des Holzes ein. Sebastian erzählte den Besuchern von seinem Wald, seinem Betrieb und der Mechanisierung in seinem Betrieb.
Wir befanden uns in einem Waldstück, in dem eine Durchforstung durchgeführt werden sollte. Ziel war es, mit den Pferden vorzurücken und das Holz anschließend mit dem Rückewagen abzutransportieren. So hatte Sebastian am Vortag mit einem Kollegen einige Bäume gefällt, damit wir gleich mit der Arbeit beginnen konnten. Dank der guten Zusammenarbeit (einer half dem anderen mit Wort und Tat) und dem disziplinierten Verhalten aller Teilnehmer ging die Arbeit zügig voran. Meistens hängte Kurt das dickere Ende des Baumes zuerst an den Zweispänner, danach kamen die Einspänner zum Zug. Auch hier war wieder ein gutes Miteinander zu sehen. Der Wartende beobachtete genau den Zug des Vordermannes und gab gegebenenfalls hilfreiche Tipps. Nach kurzer Zeit mussten die beiden wieder mit dem Fällen beginnen. Auch das Geräusch der Motorsäge und der umfallenden Bäume meisterten alle Pferde ohne Probleme.
Da es sich sowohl bei den Fuhrleuten als auch bei den Pferden ausschließlich um Freizeit- und Hobbyhalter handelte, waren nach einer Weile erste Ermüdungserscheinungen festzustellen (eher beim Rücker als beim Pferd). Um niemanden zu überfordern und die ganze Aktion mit einem guten Gefühl zu beenden, wurden die Pferde ausgespannt und versorgt. Bei Grillwurst und kalten Getränken wurde noch viel über die eine oder andere Situation sachlich diskutiert.
In seinem abschließenden Statement lobte Sebastian die schonende und ruhige Arbeit der Pferde. Ebenso dankte er allen für die Hilfsbereitschaft und ihren Einsatz. Als neues IGZ-Mitglied und engagierter Waldarbeiter wurde bereits über weitere Aktionen gesprochen.
Alles in allem ein gelungener Tag mit vielen interessanten Gesprächen und gefestigten Bekanntschaften.
Helmut Reiter
(Schriftführer)


